S-Bahn Rhein-Neckar: Mobilität für alle

10. März 2016

S-Bahn Rhein-Neckar faehrt im Neckartal
Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Thomas Henne
S-Bahn Rhein-Neckar Rheinbruecke zwischen Mannheim und Ludwigshafen
Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Manfred Rinderspacher

Beim Bau und Ausbau der S-Bahn Rhein-Neckar setzt die NVBW auf moderne Mobilität. Barrierefreie Stationen sowie komfortable S-Bahnzüge bieten nicht nur Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, sondern allen Reisenden ein Plus an Qualität. Ein Rückblick auf die 1. Baustufe setzt die Maßstäbe für den weiteren Ausbau. Schon vor Abschluss der 2. Baustufe wird der laufende Betrieb umfangreich modernisiert.

„Die S-Bahn Rhein-Neckar bildet das Rückgrat des Nahverkehrs in der Metropolregion“, resümiert Georg Graf, der bei der NVBW für Verkehrs- und Infrastrukturplanung zuständig ist. Gute zwölf Jahre nach dem Betriebsstart im Dezember 2003 sind heute rund 82.000 Fahrgäste täglich auf den fünf S-Bahn-Linien im 395 Kilometer langen Streckennetz unterwegs und pendeln von Kaiserslautern nach Osterburken und von Speyer nach Karlsruhe, jeweils via Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg. Insbesondere Berufspendler, Studenten und Schüler fahren mit der S-Bahn zum Arbeitsplatz, zur Uni oder zur Schule. Aber auch im Freizeitverkehr ist das Angebot gefragt, sei es für Touren ins Neckartal, zu Fußballspielen nach Sinsheim und Kaiserslautern, zu den Technikmuseen in Sinsheim und Speyer oder zu Konzerten in die Mannheimer SAP Arena.

Barrierefreie Stationen

„Zum Erfolg der S-Bahn Rhein-Neckar trägt nicht zuletzt der einheitliche Standard bei der Gestaltung sämtlicher Bau- und Ausstattungsmaßnahmen bei“, ist Georg Graf überzeugt. „Dieses Konzept hat herausragende Qualitätsmaßstäbe gesetzt, die für die Fahrgäste auch deutlich erkennbar sind“, betont der Infrastrukturplaner. Schon in der 1. Baustufe zeigte sich dies beim Umbau oder auch beim kompletten Neubau der damals 65 S-Bahn-Stationen. Barrierefreie Mobilität gemäß den Richtlinien des Behindertengleichstellungsgesetzes zählte zu den wichtigsten Vorgaben. Die Infrastrukturmaßnahmen wurden deshalb auch zu 60 Prozent vom Bund gefördert. Jeweils weitere 20 Prozent der Kosten trugen das Land Baden-Württemberg und die Region Rhein-Neckar.

Die Barrierefreiheit steht für die insgesamt hohe Qualität des Stationsaus- und -neubaus. Alle Bahnsteige wurden auf eine Höhe von 76 Zentimetern über der Schienenoberkante ausgerichtet, sodass ein niveaugleicher Ein- und Ausstieg in die S-Bahnzüge gewährleistet ist. Die Bahnsteige selbst sind über niveaugleiche Zuwege beziehungsweise Rampen mit einer Steigung von maximal sechs Prozent und sogenannten Erholungsflächen erreichbar. An insgesamt 28 Stationen wurden zudem Aufzugsanlagen installiert. Schließlich verbessern taktile und optische Wegeleitsysteme sowie akustische und optische Informationssysteme die Orientierung vor Ort. Darüber hinaus sorgen wettergeschützte Wartebereiche, neue Informationsvitrinen und neue Sitzgelegenheiten, eine angenehme Beleuchtung sowie ein heller Bodenbelag für Wohlgefühl an den Bahnsteigen.

Integration der kommunalen Infrastruktur

„Die Städte und Gemeinden haben den S-Bahn-Bau vor zwölf Jahren auch genutzt, um die kommunale Siedlungsstruktur zu verbessern“, blickt Graf zurück. So hat etwa Neckargemünd im Bereich „Altstadt“ einen zweiten, komplett neuen Haltepunkt errichtet. Die umfassend barrierefreie Station liegt neben dem großen Schulzentrum und nahe einer Klinik. Auch das Stadtzentrum ist gut erreichbar. Anderenorts, zum Beispiel in Wiesloch-Walldorf, wurden zusätzliche Fußgängerstege und Bahnsteigüberdachungen errichtet. In Bruchsal und Karlsruhe-Durlach wurden nicht nur Bahnsteige für die S-Bahn, sondern auch für den Stadtbahn-, Regional- und Fernverkehr erneuert. In Heidelberg erfolgten zusätzliche Maßnahmen für den ÖPNV – und die Liste lässt sich noch weiter fortsetzen. Inzwischen sind 105 Bahnhöfe in das Netz der S-Bahn Rhein-Neckar integriert und im Rahmen der 2. Baustufe folgen rund 90 weitere Stationen. Diese Stufe schließt die Strecken nach Mainz, Bensheim, Biblis und Karlsruhe über Schwetzingen in das Netz der S-Bahn Rhein-Neckar ein.

Moderne Fahrzeuge

Barrierefreiheit ist bei der S-Bahn Rhein-Neckar aber nicht nur eine Maßgabe für die Bahnhöfe und Stationen. Ein deutliches Plus an Komfort und Sicherheit bieten auch die S-Bahnzüge. Von Anfang an kommen im Streckennetz der S-Bahn Rhein-Neckar moderne Fahrzeuge der Baureihe ET 425.2 zum Einsatz, deren Anschaffung die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen mit 31 Millionen Euro zum Betriebsstart gefördert hatten. Die vierteiligen Elektrotriebzüge sind für die 76 Zentimeter hohen Bahnsteige des Bahnnetzes Rhein-Neckar mit Klapptritten ausgerüstet, die mobilitätseingeschränkten Reisenden den bequemen, niveaugleichen Ein- und Ausstieg ermöglichen. Zudem verfügen alle Fahrzeuge über eine behindertengerechte Innenausstattung inklusive Toiletten.

Modernisierungen zum Fahrplanwechsel

Bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 greifen im Netz der S-Bahn Rhein-Neckar zahlreiche Neuerungen. So werden alle vorhandenen 77 S-Bahn-Fahrzeuge ET 425 auf einen einheitlichen Standard sukzessive umgerüstet und barrierefrei umgebaut, sie bekommen einen niveaugleichen Einstieg, neue ergonomische Sitzpolster, neue Fahrgastinformationssysteme und eine Videoüberwachung im Fahrgastraum. Durch den somit erreichten gleichen Ausbaustandard aller S-Bahn-Fahrzeuge der Flotte können künftig häufiger drei Bahnen miteinander gekoppelt werden, wodurch es mehr Sitzplätze gibt.

Weiterhin wird das Fahrangebot ausgeweitet und der Takt verdichtet. Zwischen Heidelberg und Mannheim gibt es dann am Wochenende einen stündlichen Nachtverkehr, auf dem Abschnitt Heidelberg-Mosbach sollen die Züge bis 22.30 Uhr im Halbstundentakt verkehren. Auch zwischen Heidelberg und Bruchsal sollen die Züge an Sonn- und Feiertagen zwischen 9 und 23 Uhr jede halbe Stunde fahren.

In diesem PDF finden Sie Daten, Fakten und Meilensteine zur S-Bahn Rhein-Neckar.

Über das gesamte Ausbauvorhaben der S-Bahn Rhein-Neckar informiert die Website www.ausbau-rheinneckar.de.

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