Innovative Projekte für den Radverkehr

30. Mai 2016

Innovative Projekte fuer den Radverkehr gesucht
Bildquelle: Andreas Hermsdorf / Pixelio

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert innovative Projekte im Bereich des Radverkehrs, die der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 (NRVP) dienen und seine Ziele auch im Zusammenwirken mit anderen Verkehrsträgern unterstützen. Einsendeschluss für Projektvorschläge zum Förderjahr 2017 ist der 1. August 2016. Anna Hussinger von der Radverkehrsförderung der NVBW erklärt, welche Ideen förderfähig sind.

1. Was ist der Nationale Radverkehrsplan?
Mit dem NRVP hat der Bund erstmals 2002 einen strategischen Rahmen für den Ausbau des Radverkehrs in ganz Deutschland geschaffen. Mit dem „Nationalen Radverkehrsplan 2020“ gab es 2013 die Fortschreibung. Ziel ist es, den Radverkehr weiterhin attraktiver und sicherer zu machen und den Umweltverbund aus ÖPNV, Fuß- und Radverkehr insgesamt zu stärken. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei kommunalen Projekten, denn die Kommunen haben bei der Fahrradförderung eine Schlüsselrolle inne: 80 Prozent der Radverkehrsinfrastruktur liegen in kommunaler Hand. Der NRVP gibt Ideen, Anregungen und Hilfestellungen, zum Beispiel über das bundesweite Fahrradportal. Darüber hinaus steht unter seinem Dach ein Fördertopf für innovative Projekte bereit.

2. Was bedeutet der NRVP für den Radverkehr in Baden-Württemberg?
Der NRVP formuliert Ziele und Vorgaben, die wir uns auch für unsere Radverkehrsförderung gesetzt haben. Da ist es kein Wunder, dass wir in Baden-Württemberg viele Projekte im Rahmen des NRVP umgesetzt haben – zum Beispiel die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen. Das Dialog- und Beteiligungsverfahren des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg „Dein RAT zum Rad“ bei der Ersterstellung der RadSTRATEGIE wurde ebenfalls über den NRVP gefördert. Ein weiteres Beispiel: der Radverkehrsplan mit webbasierter Bürgerbeteiligung und Ergebnisplattform im Schwarzwald-Baar-Kreis. Und in Heidelberg läuft derzeit ein Projekt zum Thema „Radfahren und junge Familien“, das auch von uns begleitet wird. Hier wird gezielt untersucht, warum so viele Eltern bei der Geburt eines Kindes vom Fahrrad auf das Auto umsteigen.

3. Was genau wird über den Nationalen Radverkehrsplan gefördert?
Gefördert werden nicht investive Modellprojekte, die in besonderem Maße innovativ und auf andere Städte und Gemeinden übertragbar sind. Das sind also keine Bauprojekte, sondern beispielsweise Informations- und Kommunikationskampagnen, Wettbewerbe, technische Entwicklungen, Forschungsvorhaben sowie alle neuen Ideen, die der Förderung des Radverkehrs dienen und eine nachhaltige Mobilität auch im Zusammenwirken mit anderen Verkehrsträgern sichern. Dafür stellt der Bund jährlich 3,2 Millionen Euro zur Verfügung.

4. Welche Projektideen sind für 2017 gefragt? Und wie können sich interessierte Kommunen beteiligen?
2017 soll ein Schwerpunkt auf den Themenfeldern „Infrastruktur“ und „Mobil mit dem Rad – für alle und sicher“ liegen. Aber auch andere Projektideen sind möglich, zum Beispiel zur Radverkehrsplanung, -konzeption und -kommunikation oder zum Fahrradtourismus. Die Elektromobilität und Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln, Mobilitäts- und Verkehrserziehung, Qualitätsschaffung und -sicherung oder Projekte in gesellschaftlich relevanten Bereichen wie Gesundheitsförderung, Stadtentwicklung, Klima- und Umweltschutz mit Bezug zum Radverkehr gehören genauso dazu. Die Kommunen können ihre Projektvorschläge bis zum 1. August 2016 einreichen. Informationen zur Antragstellung und zu den Fördermöglichkeiten finden sich unter anderem in unserem Portal „Fahrradland BW“.

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