ADFC-Fahrradklima-Test

07. November 2016

ADFC-Fahrradklima-Test
Bildquelle: www.adfc.de

Bis zum 30. November können sich alle radfahrbegeisterten Bürgerinnen und Bürger am Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) beteiligen und die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt oder Gemeinde bewerten. Die weltweit größte Online-Befragung zum Radfahrklima findet bereits zum siebten Mal statt. In Baden-Württemberg erwarten die Akteure der Radverkehrsförderung mit Spannung die Ergebnisse, die im Frühjahr 2017 veröffentlicht werden.

„Der ADFC-Fahrradklima-Test gibt den Städten und Gemeinden eine direkte Rückmeldung, wie gut die Radverkehrsförderung vor Ort angenommen wird. Auch zeigt sich, wo die jeweilige Kommune aus Sicht der Radler aktuell steht“, meint Sebastian Lenz von der NVBW, der zusammen mit weiteren Kolleginnen und Kollegen bei der NVBW die landesweite Radverkehrsförderung koordiniert. Nicht zuletzt, hoffen die Initiatoren, werden die Vergleichszahlen zum Fahrradklima-Test 2014/2015 und früheren Erhebungen Aufschluss über die Erfolge umgesetzter Maßnahmen geben. Denn das Land Baden-Württemberg und viele Kommunen – insbesondere die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK BW) – haben in den vergangenen Jahren umfangreich in die Förderung des Radverkehrs investiert. 

Bei der letzten Online-Befragung des ADFC hatten viele Kommunen in Baden-Württemberg gute Ergebnisse erzielt. So belegten Karlsruhe und Freiburg in der Kategorie „Großstädte über 200.000 Einwohner“ die Plätze 2 und 3 von 39 hinter der westfälischen „Fahrradstadt“ Münster. Respektable Plätze erzielten auch Ulm (Platz 6 von 37) und Heidelberg (Platz 11) in der Kategorie „Großstädte 100.000 bis 200.000 Einwohner“. In der dritten Größenklasse – zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern – eroberten Tübingen und Friedrichshafen die Plätze 6 und 7 von insgesamt 100; Offenburg, Konstanz, Göppingen und Ludwigsburg kamen auf die Ränge 15, 18, 23, und 32. In der Kategorie der Kommunen unter 50.000 Einwohnern schnitt Filderstadt mit dem 7. Platz von insgesamt 292 sehr gut ab, Lörrach, Kirchheim unter Teck, Bietigheim-Bissingen, Tettnang und Ettlingen erreichten die Plätze 25, 34, 35, 40 und 47. Schließlich erarbeitete sich Stuttgart in der Kategorie „Aufsteiger“ den dritten Platz bei den sehr großen Städten, bei den kleinen Großstädten kam Heilbronn auf Rang 2. „Allerdings fanden sich in Baden-Württemberg auch einige Städte, die im bundesweiten Vergleich sehr schlecht wegkamen. Hier hoffen wir natürlich auf zügige und vor allem nachhaltige Verbesserungen“, bemerkt Gudrun Zühlke, Landesvorsitzende des ADFC Baden-Württemberg. 

Schließlich hat sich Baden-Württemberg als Pionierregion für nachhaltige Mobilität ein klares Ziel gesetzt: Der Anteil des Radverkehrs am Modal Split soll von rund acht Prozent im Jahr 2008 auf 16 Prozent aller Wege bis zum Jahr 2020 verdoppelt werden. „Die Basis legen hier nicht zuletzt die Kommunen“, betont Lenz, „in Vorzeigestädten wie Karlsruhe, Freiburg oder Heidelberg liegt der Modal Split-Anteil des Fahrrads bereits bei deutlich über 20 Prozent, in anderen Kommunen aber noch deutlich unter der Zehn-Prozent-Marke“. 

Bis zum 30. November bewerten 

Auch die Teilnehmerzahlen entscheiden über die Ergebnisse der Kommunen beim ADFC-Fahrradklima-Test. Eine Stadt kommt nur dann in die Auswertung, wenn ein größenabhängiger Schwellenwert an ausgefüllten Online-Fragebögen erreicht wird. Orte unter 50.000 Einwohnern sowie zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern müssen von mindestens 50 Teilnehmern bewertet werden. Deshalb sind alle Radfahrer und Radfahrerinnen aufgerufen, an der Online-Befragung teilzunehmen. „Jeder interessierte Radfahrer kann am Fahrradklima-Test teilnehmen, egal ob er ADFC-Mitglied ist oder nicht. Wir sehen diese unabhängige Online-Befragung auch als wichtiges Barometer, wie radfahrbegeistert die Menschen in Baden-Württemberg sind“, erklärt Gudrun Zühlke.

Die Umfrage findet bis zum 30. November 2016 über die Internetseite www.fahrradklima-test.de statt. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2017 präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden nach vier Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und findet in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert den ADFC-Fahrradklima-Test 2016 aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) mit rund 150.000 Euro.

Quellen: ADFC, NVBW

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