Emissionsfreie Züge

16. Dezember 2016

Dieselzug nach Freudenstadt
Bildquelle: Korbinian Fleischer

Im Ortenaukreis könnte ab Ende 2021 voraussichtlich der erste Zug mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb in Baden-Württemberg fahren. Die im Jahr 2017 beginnende Ausschreibung des SPNV-Netzes 8 („Ortenau“) sieht vor, dass emissionsfreie Triebwagen die bisherigen Dieselzüge ersetzen.

Grund für die Umstellung ist die unzureichende Elektrifizierung der Strecken: Auf etwa 90 Kilometern - und damit auf der Hälfte der Schienenstrecken im Ortenau-Netz – gibt es keine elektrische Oberleitung. Nach ersten Schätzungen wäre der Bau einer Oberleitung etwa viermal so teuer, wie der Einsatz von Batterie- oder Brennstoffzellenzügen. „Auf dem Weg in eine nachhaltige und umweltfreundliche Zukunft spielen innovative, intelligente Verkehrskonzepte eine bedeutende Rolle. Emissionsfreie Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb können eine umweltfreundliche Alternative zu den vorhandenen Dieseltriebzügen im Schienenverkehr sein. Wo der Bau einer Oberleitung zu teuer ist, müssen neue und klimaneutrale Technologien zum Einsatz kommen“, erklärte dazu Verkehrsminister Winfried Hermann.

Der geplanten Ausschreibung für das Ortenau-Netz gingen eine zweijährige Untersuchung und Markterkundung sowie eine Vielzahl von Gesprächen der Experten aus dem Verkehrsministerium, der NVBW und der e-mobil BW mit Industrie, Eisenbahnunternehmen und Fachleuten aus der Brennstoffzellen- und Wasserstoffbranche voraus. Das entsprechende Vergabeverfahren wird derzeit erarbeitet. Am 17. November 2016 wurde die Vorinformation über das geplante Verfahren im EU-Amtsblatt veröffentlicht.

Zurzeit fahren im SPNV-Netz 8 die Züge der Ortenau-S-Bahn GmbH, einer Tochter der Südwestdeutschen Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG). Der seit Dezember 2014 geltende Verkehrsvertrag zwischen dem Land und der SWEG hat eine Laufzeit von sieben Jahren.

Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

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