Kopenhagen als Vorbild der fahrradfreundlichen Stadt

12. Juli 2017

In Kopenhagen fahren neun von zehn Bewohnern regelmäßig mit dem Fahrrad. Das kommt nicht von ungefähr, denn bei der Stadtplanung haben alle Beteiligten großen Wert auf Fahrradfreundlichkeit gelegt.

Hier fahren die Radler nicht nur auf eigenen Radspuren, sondern sogar auf Fahrradautobahnen, Fahrradbrücken und mit eigenen „Grünen Wellen“, bei denen sich Radfahrer durch LED-Anzeigen auf 20km/h Geschwindigkeit orientieren können und so an keiner Ampel anhalten müssen. Das Radfahren ist in Kopenhagen so beliebt, dass mehr als ein Drittel der Berufstätigen und Studenten hier jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit oder Universität fahren – so kommen täglich rund 1,2 Millionen gefahrene Fahrradkilometer alleine in Dänemarks Hauptstadt zustande.

Die Fahrradfreundlichkeit Kopenhagens ist so weit verbreitet, dass  sich sogar der Begriff „copenhagenize“ für Städte, die sich besonders bemühen, das Fahrrad als Verkehrsform zu etablieren, eingebürgert hat. Der sogenannte Copenhagenize Index vergibt sogar nach einem festgelegten System positiver Radfahraspekte Punkte an Städte mit mehr als 600.000 Einwohnern, die je nach Punktzahl in einem Ranking zur Fahrradfreundlichkeit geführt werden. Kopenhagen und Amsterdam liegen mehr oder weniger abwechselnd auf dem ersten Platz, die fahrradfreundlichste deutsche Stadt 2015 war Berlin auf Platz 12.

Zwei der wichtigsten Organisationen der dänischen Radverkehrsförderung – die Cycling Embassy of Denmark und die Danish Cyclists‘ Federation – laden vom 28. August bis 1. September 2017 zur „New Bikeable City Masterclass“ ein. Hier soll Stadtplanern, Politikern, Verwaltungsmitarbeitern und Vertretern von Verbänden und Initiativen die dänische Radkultur nahegebracht werden. Eine bunte Mischung aus Theorie und Praxis soll den Teilnehmern neue Inspirationen für die eigene Radverkehrsförderung vermitteln. Gemeinsames Ziel ist es, die Städte fahrrad- und menschenfreundlicher zu gestalten. Themen, die damit in engem Zusammenhang stehen sind neben der Stadtplanung auch Strategien für den Radverkehr, die Infrastruktur, Sicherheit und die Kommunikation miteinander, damit in Zukunft mehr Raum für Fahrradfahrer in Städten geschaffen wird.

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