Elektromobilität in den Alltag integrieren

17. August 2017

Wo lassen sich Angebote aus dem Bereich der Elektromobilität in den Alltag der Menschen integrieren? Dieser Frage geht das Projekt „BiE – Bewertung integrierter Elektromobilität“ nach und hat dafür unter anderem eine eigene Smartphone-App entwickelt. Diese dient dem Nutzer als Mobilitätsassistent und errechnet nach der Eingabe individueller Vorlieben und dem eigenen Mobilitätsbedarf Empfehlungen für die täglichen Wege.

Hierbei werden allerdings nicht nur Angebote aus dem Bereich der Elektromobilität mit einbezogen, vielmehr soll hier eine intermodale Verknüpfung von E-Mobilität, ÖPNV, motorisiertem Individualverkehr, dem Fahrradfahren und dem Zufußgehen geschaffen werden. Dabei gleicht die App die angefragten Routen mit der aktuellen Situation des Straßenverkehrs bzw. des ÖPNVs und den jeweils eingegebene Tagesterminen des Nutzers ab und erstellt unter Einbeziehung vorhandener Spielräume eine optimale Mobilitätsplanung.

Doch wie wirkt sich eine solche Planung auf das Mobilitätsverhalten einer ganzen Region aus? Das hat das Institut für Verkehrswesen KIT anhand verschiedener Modelle für den Ballungsraum Stuttgart berechnet. Ergebnis der Untersuchung war, dass sich die Anzahl der Wege und die zurückgelegten Wegstrecken reduziert haben. In fast der Hälfte der untersuchten Fälle konnten sinnvolle Alternativwege gefunden werden, die auch die Elektromobilität mit einbezogen.

Als zusätzliches Angebot für die Betreiber von Flotten mit elektronischem Antrieb hat BiE ein Prognosemodell zur Buchung und Nutzung dieser Fahrzeuge entwickelt, welches den Ladezustand und die Reichweite je nach Bedarf des anfragenden Nutzers errechnet. So soll eine Optimierung der Buchungsangebote und der Planung von Flottenstützpunkten – wie die von Carsharing-Anbietern - gewährleistet werden.

Darüber hinaus hat BiE auch ein Beratungssystem für die Zusammenstellung von Flotten entwickelt, welches anhand verschiedener Parameter wie Personenzahl und Mobilitätsverhalten berechnet, zu welchen Konditionen die Einführung von Elektromobilität in einem bestimmten Umfeld sinnvoll ist.

BiE selbst besteht aus elf Partnern, darunter dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit den Instituten für Verkehrswesen (IfV) und Produktentwicklung (IPEK) sowie dem FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie. Aus der Industrie sind Bosch, cantamen GmbH, esentri AG, RA Consulting GmbH, Raumobil GmbH und TWT GmbH Science & Innovation mit dabei. Als Pilotpartner konnte BiE Stadtmobil Karlsruhe und Stadtmobil Rhein-Neckar als Carsharing Betreiber aus der Region für die technische Erprobung gewinnen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert BiE in der zweiten Förderphase des Spitzenclusters Elektromobilität Süd-West mit mehr als zwei Millionen Euro über zweieinhalb Jahre. Das Spitzencluster Elektromobilität Süd-West ist mit rund 80 Akteuren einer der größten Zusammenschlüsse auf dem Gebiet der Elektromobilität und möchte Baden-Württemberg zu einem Vorreiter elektromobiler Lösungen machen.

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