Land plant Einsatz klimafreundlicher Züge in Ortenau-Netz

18. Mai 2018

Bild: Pixabay.com/ hpgruesen

Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb sollen von landeseigener Innovationsgesellschaft gefahren werden

Der erste Zug mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb in Baden-Württemberg soll im Ortenaukreis fahren. Um diese relativ neue Technologie zu erproben, beabsichtigt das Verkehrsministerium die Leistungen im Netz 8 des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) an TRAPICO (Schieneninnovations GmbH) zum Dezember 2022 zu vergeben. TRAPICO ist ein Tochterunternehmen der zu 95 Prozent dem Land gehörenden Südwestdeutschen Landesverkehrs-AG (SWEG). Im Netz 8 Ortenau gibt es auf etwa 90 Kilometer Länge und damit auf der Hälfte der Bahnstrecke noch keine Oberleitung. Verkehrsminister Winfried Hermann sagte am Donnerstag, 17.05.2018: „Emissionsfreie Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb können eine umweltfreundliche Alternative zu den vorhandenen Dieseltriebzügen im Schienenverkehr sein. Wo der Bau einer Oberleitung zu teuer ist, müssen neue und klimaneutrale Technologien alternativ zum Einsatz kommen können.“

Aktuell schreibt die Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg AöR (SFBW) die Beschaffung, Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge aus, mit denen die TRAPICO im Ortenau-Netz fahren soll. Die Vergabeabsicht wurde durch die Vorinformation über öffentliche Dienstleistungsaufträge im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

Innovation und Klimaschutz auf der Schiene
„Das Verfahren ist in mehrfacher Hinsicht innovativ. Zum einen handelt es sich um lokal emissionsfreie Fahrzeuge, zum anderen sind die Fahrzeughersteller über die gesamte Lebenszeit der Fahrzeuge von 25 Jahren für deren Verfügbarkeit und technischen Zustand verantwortlich. Wir wollen die Innovation und fördern sie – aber wir kaufen nicht die Katze im Sack. Die Hersteller bekommen damit einen Teil der Wertschöpfungskette und haben auf der anderen Seite den optimalen Anreiz, da sie für die dauerhafte Qualität ihrer Fahrzeuge einstehen“, erläuterte Minister Hermann.

Eine Vorgabe im Verfahren ist der Einsatz von 100 Prozent Energie aus regenerativen Quellen. Der Hersteller garantiert darüber hinaus auch die Energieverbrauchsmenge. Beim Brennstoffzellenantrieb wird Wasserstoff als Energieträger zur Erzeugung von elektrischem Strom genutzt. Das Land wird die Verfügbarkeit der bisher eingesetzten Dieseltriebfahrzeuge garantieren für den Fall, dass es wider Erwarten größere Probleme mit dem Einsatz der Neufahrzeuge und der neuen Antriebstechnologie geben sollte. Somit ist auf jeden Fall die reibungslose Inbetriebnahme des Netzes zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 gesichert.

Das Netz 8 Ortenau hat ein jährliches Leistungsvolumen von rund 2,1 Millionen Zugkilometer. Es umfasst die Strecken:

• Offenburg – Appenweier – Bad Griesbach
• Offenburg – Freudenstadt
• Achern – Ottenhöfen
• Biberach (Baden) – Oberharmersbach – Riersbach
• Kehl – Offenburg sowie
• Offenburg Achern.

Einsatz von Triebfahrzeugen auf dem neuesten Stand der Technik
Der Verkehrsvertrag mit TRAPICO soll über 15 Jahre laufen. Zum Tragen kommen die für neue Ausschreibungen des Landes geltenden Vertrags- und Qualitätsstandards. Dabei werden hier auf dem neuesten Stand der Technik befindliche Triebfahrzeuge eingesetzt werden.

Bei der TRAPICO (Train Planning Innovation Corporation) handelt es sich um ein Unternehmen unter dem Dach des SWEG-Konzerns, das jedoch vollständig vom Land kontrolliert wird. Dies ist vergaberechtlich entscheidend, damit die Direktvergabe rechtskonform erfolgen kann. „Mit der TRAPICO wollen wir ein Unternehmen nutzen, das die komplexen Vertragsbeziehungen auf der einen Seite zwischen Hersteller und SFBW und auf der anderen Seite zwischen dem Land Baden-Württemberg und der TRAPICO als Besteller der Verkehrsleistungen im Netz 8 Ortenau optimal austariert. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass mit TRAPICO auch die hohe Qualität der bisherigen Leistungserbringung von SWEG und HzL im Land Baden-Württemberg fortgeführt wird“, fügte Herr Minister Hermann abschließend hinzu.

Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

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