RAMSES: Ländliche Mobilität 2.0

12. Juli 2016

Ramses Mobilitaetsplattform
Teilansicht des RAMSES-Routenplaners

Das EU-Projekt RAMSES will die Mobilität in ländlichen Regionen stärken. Dafür sollen die Angebote öffentlicher Verkehrsunternehmen, innovative Bedienkonzepte wie Bürgerbusse oder Bürgerrufautos und alternative Angebote wir Car- oder Bikesharing auf einer Online-Plattform zusammengebracht werden. Implementiert und getestet wird diese Plattform in Baden-Württemberg.

Ländliche Mobilität braucht passgenaue Konzepte, um erfolgreich und dauerhaft Alternativen zum privaten Pkw anbieten zu können. Anders als in der Stadt kommt es hier besonders darauf an, die vor Ort verfügbaren Mittel zu nutzen und kleinteilige Angebote zu entwickeln. Das Land Baden-Württemberg unterstützt daher lokale Initiativen, die in ihrer Gemeinde oder Region gemeinschaftlich organisierte Angebote wie den Bürgerbus oder das Bürgerrufauto schaffen wollen. Derzeit tragen im Land schon 49 Bürgerbusse und 12 Bürgerrufautos erheblich zur Verbesserung des ländlichen Nahverkehrs bei. Diese und weitere innovative Bedienkonzepte in Baden-Württemberg erleben seit Jahren ein signifikantes Wachstum. Deshalb wurde das RAMSES-Projekt mit Baden-Württemberg als Pilotland von der EU zur Förderung ausgewählt.

Plattform für ländliche Mobilitätsanbieter
In diesem Projekt werden Gemeinschaftsverkehre sowie alternative Angebote wie Carsharing, Ridesharing und Fahrradverleih mit den Bus- und Bahnlinien des Nahverkehrs verknüpft. Dafür wird die computergestützte Mobilitätsplattform „unterwegs“ entwickelt. Diese bietet eine integrierte, kostengünstige und einfach zu bedienende Lösung, die auf kleine Mobilitätsanbieter zugeschnitten ist. Denn für Vereine und kleine Unternehmen ist die Anschaffung einer teuren Software oft nicht möglich. Zudem sind bestehende Systeme meist auf die Bedürfnisse von Unternehmen mit großen Fahrzeugflotten ausgerichtet.

Schnittstelle zu den Fahrgästen
„unterwegs“ stellt Anbietern von Mobilitätsdienstleistungen einen modularen digitalen Werkzeugkasten zur Verfügung, aus dem sie jene Komponenten wählen, die sie zur Planung, Organisation und Durchführung ihres Angebots brauchen. Dazu gehören unter anderem  Routen- und Einsatzplanung, Fahrer- und Fahrzeugmanagement, Buchhaltung und Monitoring. Die Kosten werden dabei möglichst gering gehalten. Gleichzeitig bildet die Plattform die Schnittstelle zu den Fahrgästen: Ein intelligenter Routenplaner erlaubt ihnen eine einfache Planung ihrer täglichen Mobilität und die Nutzung verschiedener Angebote durch die Verknüpfung von lokalen und regionalen Angeboten mit dem übrigen Linienverkehr.

Von Baden-Württemberg zum EU-weiten Einsatz
Die NVBW ist Praxispartner im Projekt RAMSES. Sie bildet im Konsortium die Schnittstelle zu den Anwendern der Plattform und erörtert gemeinsam mit den lokalen Initiativen die Anforderungen an die Software. Weiterhin setzt die NVBW die Implementierung des Systems in Baden-Württemberg um. Nach der Pilotierung soll RAMSES in der Projektphase 2017 in weiteren Regionen Europas eingesetzt werden.

Die Ziele von RAMSES im Überblick:
•    Integration von alternativen Mobilitätsangeboten und ÖPNV
•    Stärkung von Vereinen und kleinen Unternehmen, die Mobilitätsdienste anbieten
•    Förderung von lokalem, gemeinschaftlichem Engagement
•    Steigerung der Attraktivität und Weiterentwicklung des ländlichen Nahverkehrs für Jung und Alt

Interessierten steht auf YouTube ein Video zu RAMSES zur Verfügung.

Zurück zur Übersicht