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22.04.2014: Sitzprobe in Nahverkehrszügen – die NVBW auf Testfahrt

Damit nicht nur am runden Tisch über den Komfort im Sitzbereich in den Zügen diskutiert, sondern praktisch erfahren wird, waren Mitarbeiter der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur (MVI) und des Fahrgastbeirats Baden-Württemberg (FGB) einen Tag lang auf gemeinsamer Testfahrt.

Am 22.01. war es soweit: Erstmalig trafen sich Mitarbeiter der NVBW, des MVI und Mitglieder des FGB, um die Sitze in unterschiedlichen Nahverkehrszügen auf ihre Abstände und Bequemlichkeit hin zu prüfen. Los ging es in München Pasing, wo die Gruppe in das Testfahrzeug A stieg, um nach Weilheim zu fahren. Ausgerüstet mit Bewertungsbogen und Stift gingen alle sofort kritisch ans Werk, denn nicht nur die Sitze wurden genau unter die Lupe genommen, sondern auch Möglichkeiten für die Gepäckablage, Stauraum für Koffer, Platzierung der Abfallbehälter und Steckdosen, Gestaltung des Fahrradbereichs, der Toilette und des Einstiegsbereichs ebenso wie die Qualität der optischen und akustischen Fahrgastinformationen. Sogar ein großer Testkoffer kam zum Einsatz, um herauszufinden, ob die Durchgänge breit genug sind und der Koffer gut verstaut werden kann.

Im Testfahrzeug B wenig Beinfreiheit

Ein wichtiges Kriterium waren die Sitzabstände: Haben Fahrgäste, die sich in einer Vierergruppe gegenübersitzen, genug Beinfreiheit? Im Testfahrzeug B, der zweite Zug, der getestet wurde, und in dem die Teilnehmenden von Weilheim nach Augsburg fuhren, fiel die Bewertung ganz klar negativ aus: zu eng. Gerade für große Fahrgäste wird die Fahrt so schnell unbequem. Um die gefühlte Enge in konkreten Zahlen zu fixieren, zückte Horst Künzl von der NVBW das Maßband und stellte fest: „1650 Millimeter sind definitiv zu wenig."

Aufs Design kommt es an

Dann ging es mit dem Testfahrzeug C weiter nach Donauwörth, wo die Gruppe in ein Fahrzeug des gleichen Typus stiegen, das aber von einem anderen Verkehrsunternehmen bezogen und ausgestattet worden ist. Die Teilnehmer waren nach dem Umstieg verblüfft, wie unterschiedlich identische Fahrzeugtypen wirken können. Empfanden die meisten das Testfahrzeug C als dunkel und eng, reiste es sich durch die helle, freundliche Inneneinrichtung im Testfahrzeug D gleich viel angenehmer. „Das ist eine interessante Erfahrung, die uns noch einmal darin bestätigt, viel wert aufs Zugdesign zu legen", sagte Sandra Schad, Vertreterin des Ministeriums und bei der Testfahrt mit dabei.

Ergebnisse fließen mit in Neuausschreibung ein

Im Folgenden werden nun die Bewertungsbögen ausgewertet. „Die Ergebnisse werden wir prüfen und lassen sie soweit wie möglich bei der Neuausschreibung des Schienenpersonennahverkehrs einfließen", erläutert Künzl das weitere Prozedere. Das Resümee der Testfahrt fiel von allen Teilnehmern sehr positiv aus. „Für uns war es ein erfolgreicher Tag, denn wir konnten uns gegenseitig für unsere Standpunkte sensibilisieren und hatten Zeit, um uns in Ruhe auszutauschen, was bei den gemeinsamen Treffen sonst nicht immer möglich ist", so Regina Rechsteiner, die sich bei der NVBW um die Organisation des Gremiums kümmert. Auch Matthias Lieb, Vorsitzender des FGB zeigte sich zufrieden: „Die Züge waren gut ausgewählt
und wir konnten die Kernpunkte weitestgehend klären."

Quelle: Textwerkstatt Andrea Toll

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Aktion "Sitzprobe in Nahverkehrszügen – die NVBW auf Testfahrt"