Kompetenzzentrum neuer ÖPNV

Elektro-Mobilität zählt zu innovativen Angebotsformen im ÖPNV

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und steigender Energiekosten müssen öffentliche Verkehrsleistungen neu gedacht werden. Insbesondere in ländlichen Regionen mit vielen kleinen Siedlungen und dispersen Verkehrsbeziehungen wird die Herausforderung, ein Grundangebot an Nahverkehrsleistungen zu erhalten, immer größer – wie u.a. auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in einem Positionspapier betont hat. Trotzdem ist der öffentliche Verkehr auch auf dem Land weiter wichtig für Lebensqualität und Erreichbarkeit. Sicher ist: Damit Menschen in ländlichen Gebieten mobil bleiben, braucht der ÖPNV moderne, marktfähige Angebote. Deshalb gibt es seit dem 1. April 2014 das Kompetenzzentrum neue ÖPNV-Angebotsformen bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW): ein landesweites Netzwerk für alle Akteure, die zukunftsorientierte Mobilitätskonzepte in Baden-Württemberg realisieren möchten.

Zentrale Beratung

Das Angebot des Kompetenzzentrums richtet sich an Kommunen und Kreise als Aufgabenträger des ÖPNV, Verkehrsverbünde und -unternehmen und an weitere Akteure in der ländlichen Mobilität, zum Beispiel die Betreiber von Bürgerbussen oder Rufbussen. Sie finden hier die richtigen Ansprechpartner, um neue Konzepte für den ÖPNV zu entwickeln und in Pilotprojekten zu erproben. Das Kompetenzzentrum informiert über gesetzliche Rahmenbedingungen sowie eventuell schon bestehende vergleichbare Projekte und trägt so dazu bei, den Planungs- und Arbeitsaufwand vor Ort zu begrenzen.

Lokales und überregionales Netzwerken

Als Ansprechpartner für die Projektträger innovativer Mobilitätskonzepte begleitet das Kompetenzzentrum nicht nur die Kommunikation und die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort. Als zentrale Einrichtung auf Landesebene bündelt es zugleich Wissen und Erfahrungen und schafft auf dieser Basis ein Netzwerk, in dem verschiedene Projektträger, interessierte Akteure und Fachinstitutionen überregional zusammenarbeiten. Veranstaltungen und themenspezifische Foren fördern den Austausch. Über eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit sowie die Teilnahme an Veranstaltungen und Publikationen wird das Netzwerk weiter vergrößert. Dieses Angebot steht auch Akteuren offen, die sich aus anderen Perspektiven, etwa der Regionalentwicklung, mit der Mobilität im ländlichen Raum befassen.

Strategieentwicklung

Mit der Netzwerkbildung einher geht eine aktive politische und fachliche Gremienarbeit, die über den Tellerrand der reinen Verkehrspolitik hinausblickt; sie bearbeitet viele weitere Themenfelder, die auf die Entwicklung zukünftiger Mobilitätsangebote Einfluss nehmen. Dazu gehören beispielsweise die Regionalentwicklung, die Bildungsplanung, das Steuerrecht oder auch soziale Faktoren. Das Kompetenzzentrum bindet sich aktiv in relevante Gremien ein und informiert dort über das Themenfeld ländliche Mobilität; es schafft Bewusstsein für notwendige Aufgaben und eröffnet so neue Gestaltungsspielräume. Auf Basis dieser Grundlagenarbeit entstehen Projekte wie „E-Bürgerbus“ oder die Weiterentwicklung der Bürgerbusförderung des Landes. 

Gleichzeitig verfolgt das Kompetenzzentrum die verkehrspolitische Diskussion auf Landes- und Bundesebene. Es wirkt an Forschungsprojekten mit und gibt Anregungen für die Weiterentwicklung des strategischen und gesetzlichen Rahmens für den öffentlichen Nahverkehr. Auf dieser Basis erarbeitet das Kompetenzzentrum auch die Leitlinien für die Einrichtung innovativer Angebotsformen. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen für die Fläche, für Zeiten schwacher Verkehrsnachfrage und eine weitere Differenzierung des Angebots.

Forschung und Entwicklung

Das Kompetenzzentrum begleitet innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs Forschungsvorhaben und kommentiert Projektentwicklungen zu innovativen Angebotsformen im ÖPNV. Zudem führt es nach Bedarf eigene Studien zu Fragen durch , die sich aus seiner Arbeit ergeben. Dabei sieht sich das Kompetenzzentrum in erster Linie als Partner für Verkehrsunternehmen und andere Akteure der öffentlichen Mobilität in Baden-Württemberg; es unterstützt aber auch die überregionale und internationale Zusammenarbeit.

Bisher wurden folgende Projekte bearbeitet:

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