Rufbusse

Rufbusse sind Teil der alternativen Bedienkonzepte
Quelle: VGC

 

Bereits seit den 1970er-Jahren setzt Baden-Württemberg auf alternative Bedienkonzepte: In Friedrichshafen ging eines der ersten Rufbus-Systeme Deutschlands an den Start – damals noch mit zahlreichen Anfangsschwierigkeiten. Die Grundidee ist jedoch geblieben und hat sich inzwischen an vielen Stellen bewährt: Flexible Bedienformen stellen ein Verkehrsangebot bereit, das nur in dem Umfang tatsächlich erbracht wird, in dem es gebraucht wird. Fahrtwünsche werden entsprechend der vorliegenden Bestellungen zu Touren gebündelt. In der Regel kommen Kleinbusse oder Taxen zum Einsatz. Zwei wichtige Angebotstypen sind der Rufbus und das Anruf-Sammel-Taxi.

Rufbus nach festem Fahrplan

Der Rufbus sichert die Mobilität der Menschen – und das sehr flexibel, wie zum Beispiel im Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar oder im Main-Tauber-Kreis. Auch im Kreis Calw oder im mittleren Schwarzwald verkehren zumeist Kleinbusse der regionalen Verkehrsunternehmen im Anrufbetrieb. Das Konzept: Der Rufbus verkehrt zu ausgewiesenen Fahrplanzeiten, aber nur, wenn er gebraucht wird. Fahrgäste müssen sich eine Stunde vor Fahrtantritt anmelden. Der Kleinbus fährt dann nur die Streckenabschnitte, die tatsächlich benötigt werden. Dies ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch ökologischer als der normale Linienverkehr. 

Anruf-Sammel-Taxi für flexible Mobilität

Wenn die Nachfrage selbst für den Rufbus zu gering ist, bieten Anruf-Sammel-Taxis praktische Mobilität für die Kunden von Bus und Bahn. Im Gegensatz zum Rufbus muss sich das Anruf-Sammel-Taxi in der Regel nicht an die vorgeschriebene Linienführung halten. Es holt die Fahrgäste bei der nächstgelegenen Haltestelle auf dem Linienweg ab und bringt sie dann auf schnellstem Weg zum Ziel – in vielen Orten auf Wunsch gegen einen geringen Aufpreis sogar bis vor die Haustür.

E-Mobilität für den ländlichen Raum

Seit 2014 kommen auch Elektrofahrzeuge als Ruf-Taxis zum Einsatz: Im Rahmen des Pilotprojekts „emma – e-mobil mit Anschluss“ wurden im Raum Oberschwaben neue anrufgesteuerte Verkehre eingerichtet. Das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat im selben Jahr einen Wettbewerb „E-Mobilität für den ländlichen Raum“ durchgeführt. Hier werden in 20 Kommunen neue E-Mobilitätsprojekte unterstützt, deren Fahrzeuge als Bürgerbus, Fahrdienst für kommunale Dienstfahrten oder im Carsharing zum Einsatz kommen.