Radverkehrsförderung

Radverkehr gehört zu den Aufgaben des Umweltverbundes

In Baden-Württemberg soll die im Jahr 2006 begonnene, erfolgreiche Förderung des Radverkehrs fortgesetzt werden. Ziel ist es, Baden-Württemberg noch fahrradfreundlicher zu machen. Dabei dient die in einem breiten Beteiligungsprozess erstellte RadSTRATEGIE 2015 als Grundlage.

Der NVBW kommt bei der Umsetzung der RadSTRATEGIE eine wichtige Rolle zu. Im Auftrag des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg (VM) übernimmt das Team Umweltverbund – Radverkehr verschiedene Aufgaben der Radverkehrsförderung und ist die Schnittstelle zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern sowie zwischen der Landesebene und den Kommunen. Eine Auswahl von Projekten und Aufgaben ist im Anschluss angeführt.

Das Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Unter www.fahrradland-bw.de werden zahlreiche aktuelle Informationen, Zahlen, Daten und Fakten sowie Praxisbeispiele für die verschiedenen Zielgruppen zur Verfügung gestellt. Ein wichtiges Informationstool ist dabei der Newsletter „RadReport“, der die Abonnenten regelmäßig mit aktuellen Nachrichten aus dem Fahrradland Baden-Württemberg versorgt.

RadROUTENPLANER Baden-Württemberg

Mit dem RadROUTENPLANER bietet die NVBW Radlern einen kostenlosen Service, mit dem adressscharf Routen berechnet und anzeigt werden können. Dies ist auch in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln und unter Berücksichtigung der Fahrradmitnahmeregelungen möglich. Grundlage für das Routing ist der Datenbestand der Stadt- und Landkreise, der zu einem landesweiten Radverkehrsnetz zusammengeführt und zentral für ganz Baden-Württemberg gehalten wird. Für Freizeitradler sind zahlreiche Tourenvorschläge integriert. Neben der Internetversion gibt es den RadROUTENPLANER BW auch als App für iOS- und Android-Endgeräte.

Radschulwegplaner Baden-Württemberg

Die NVBW begleitet seit Schuljahresbeginn 2016/17 die Einführung eines landesweit einheitlichen Verfahrens zur digitalen Erstellung von Radschulwegplänen (RSWP). Beim Radschulwegplaner BW steht die Beteiligung der Schüler im Vordergrund. Diese können auf einer digitalen Karte ihre täglich gefahrenen Schulwege einzeichnen und auf Problemstellen aufmerksam machen. RSWP zeigen Schülern und ihren Eltern, wo die sichersten Verbindungen zwischen Wohnort und Schule verlaufen und beinhalten auch Gefahrenpunkte, die beim täglichen Schulweg zu beachten sind. Wichtige Kernaufgaben der NVBW liegen in der Weiterentwicklung des neuen Planungsverfahrens, der koordinierten Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen und der Beratung von Schulen und Kommunen bei allen Fragen rund um den Planungsprozess.

Prüfung der Beschilderung an den Landesradfernwegen und Vorbereitung der Klassifizierung als Qualitätsradroute

19 offizielle Landesradfernwege gibt es in Baden-Württemberg. Um komfortabel unterwegs sein zu können, ist eine lückenlose Beschilderung unbedingt erforderlich. Die NVBW stellt diese seit 2013 in Kooperation mit zahlreichen Dienstleistern im Rahmen einer regelmäßigen Überprüfung sicher. Mit Umsetzung der Erstbeschilderung des RadNETZ Baden-Württemberg werden die Arbeiten auf das Alltagsnetz ausgeweitet. Die NVBW koordiniert das RadNETZ auf Landesebene („RadNETZ-Admin“). Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Steuerung der Klassifizierungsvorbereitungen ausgewählter Landesradfernwege als ADFC-Qualitätsrouten.

Wirkungskontrolle

Um die Effizienz der Radverkehrsförderung zielgerichtet steuern zu können, wurde die Wirkungskontrolle eingerichtet. Sie evaluiert die durchgeführten Maßnahmen und gewährleistet ein systematisches Qualitätsmanagement. Grundlage dafür ist ein standardisiertes Erhebungsmodell. So konnte zum Beispiel herausgefunden werden, dass die Unfallbelastung und im Großteil der beteiligten Kommunen – trotz (vermutlich) steigender Radverkehrsanteile – leicht zurückgegangen ist.

Steuerung von Gutachten

Die Vergabe sowie die Begleitung und Steuerung von Gutachten obliegt ebenfalls der NVBW.
Ein Beispiel: Die Evaluation der Initiative RadKULTUR. Die Initiative des Landes Baden-Württemberg ist ein wichtiger Baustein im Bereich der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit in puncto Radverkehr. Sie soll unter dem Motto „Einfach fahren“ die Einfachheit und Freude am Radfahren vermitteln. Die Ergebnisse der unabhängigen Begleitforschung, die streng nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgte, sind im Informationsportal veröffentlicht - ebenso wie weitere Informationen zur Wirkung von Kommunikation.

Fahrradmitnahme

Die optimale Verknüpfung der Verkehrsträger ist eine Voraussetzung für nachhaltige Mobilität. Dazu gehört mitunter auch die Mitnahme des Rades bis zum Zielbahnhof. Entsprechende Kapazitätsvorgaben erfolgen bereits bei den SPNV-Ausschreibungen. Zudem arbeitet die NVBW zusammen mit dem VM und den Eisenbahnverkehrsunternehmen an möglichst unkomplizierten Mitnahmeregelungen und daran, die Fahrgastinformation zur Fahrradmitnahme zu verbessern. Ein wichtiger Schritt hierbei ist die deutliche Ausweitung der kostenlosen Fahrradmitnahme im SPNV außerhalb der morgendlichen Hauptverkehrszeit seit dem 30.04.2017.

Bike + Ride

Das Fahrradparken an Bahnhöfen und Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs (ÖV) ist die wichtigste Form der kombinierten Nutzung von Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln. Das vorhandene Potential gilt es mit attraktiven Angeboten zu heben und zu entwickeln. Die NVBW steuert daher im Auftrag des VM die Erstellung eines Bike+Ride Konzepts für Baden-Württemberg. Hier besteht das Ziel darin, einen detaillierten Überblick zur Ist-Situation zu schaffen, Bedarfszahlen und Ausstattungsstandards für unterschiedliche Haltestellentypen zu definieren, sowie Umsetzungs- und Strukturfragen zu klären. Als Grundlagendokument soll es für die weitere Bearbeitung des Themas auf Landesebene dienen. Der enthaltene Leitfaden für Planer und Entscheider vor Ort soll zur flächendeckenden Umsetzung der gesetzten Standards beitragen.

Landesauszeichnung Fahrradfreundliche kommune

Seit 2011 stellt die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“ einen wichtigen Baustein in der Radverkehrsförderung des Landes Baden-Württemberg dar. Gemeinden, Städte und Landkreise, die den Radverkehr engagiert fördern, können sich um die Landesauszeichnung bewerben und sich ihre Fahrradfreundlichkeit zertifizieren lassen. Voraussetzung dafür ist unter anderem die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) e. V. Seit 2017 koordiniert die NVBW im Auftrag des VM das Verfahren zur Vergabe der Auszeichnung.

Unterstützung des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg

Neben den o. g. Projekten und Aufgaben unterstützt die NVBW das Ministerium bei allen Fragen der Radverkehrsförderung sowie bei der Umsetzung von landesweiten Maßnahmen.

Download:

Flyer Radschulwegeplan

Flyer Radroutenplaner

Faltkarte Fahrradmitnahme

Gutachten zur Fahrradmitnahme im Schienenpersonennahverkehr

Wirkungskontrolle Radverkehrsförderung