Stationsentwicklung

Einst waren Bahnhöfe prächtige Tore zur Stadt, Symbole für Fortschritt und Zentren des öffentlichen Lebens. Sie verbanden Regionen, eröffneten neue Stadträume und standen für Mobilität und Modernität. Heute hingegen stehen Bahnhöfe oft im Fokus negativer Schlagzeilen, etwa wegen Vandalismus, unzureichender Barrierefreiheit oder geringer Aufenthaltsqualität. Dadurch entwickeln sich viele Stationen zu Orten, von denen Menschen möglichst schnell fort möchten. Die Folge: Bahnhöfe bleiben hinter ihrem Potenzial zurück.

Dabei können sie weit mehr: Sie sind zentrale Knotenpunkte im Verkehrsnetz, Orte des Ankommens und Verweilens, öffentliche Räume für Begegnung. Sie prägen den ersten Eindruck einer Stadt und beeinflussen, ob Menschen sich für die Bahn entscheiden – denn ein attraktiver, einladender Bahnhof macht die häufigere Nutzung der Bahn deutlich wahrscheinlicher (Erkenntnis aus Studie des DZSF, 2023).

Genau hier setzt das Ministerium für Verkehr des Landes Baden-Württemberg an. Ihr Ziel: Bahnhöfe zu Orten machen, die mit durchdachter Gestaltung und Ausstattung einladen, Menschen verbinden und den Umstieg erleichtern. Als kulturelle und identitätsstiftende Räume sollen sie Lust auf öffentlichen Verkehr wecken und die Mobilitätswende vorantreiben. Kurz gesagt:

Bahnhöfe in Baden-Württemberg sollen einladen, verbinden und bewegen.

 

Herausforderungen bei der Modernisierung

Bahnhöfe attraktiv zu gestalten, ist komplex und braucht Geduld. Kommunen, Eigentümer:innen und Eisenbahninfrastrukturunternehmen stoßen auf viele Zuständigkeiten, komplizierte Förderbedingungen und begrenzte Budgets. Der Fokus finanzieller Förderinstrumente lag lange auf den Bahnstrecken. Inzwischen stehen zahlreiche Programme bereit, um Bahnhöfe und den ÖPNV zu unterstützen. Dazu gehören das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG), das Verkehrsprojekte fördert, sowie das Bahnhofsmodernisierungsprogramm (BMP) II, das barrierefreie Haltestellen, multimodale Mobilitätszentren und kommunale Stationsgebäude voranbringt.

Trotz finanzieller Möglichkeiten bleibt die Umsetzung schwierig: fehlende Informationen, lückenhaftes Wissen, kaum bekannte erfolgreiche Projekte und wenig Zeit für Austausch. An Stationen mit schwierigen Rahmenbedingungen verschärfen wiederkehrender Vandalismus und unattraktive Umfelder die Situation. Hinzu kommt, dass kein Bahnhof dem anderen gleicht – es braucht lokale Lösungen. Darauf reagiert das Landesministerium mit einer landesweiten Stelle, die koordiniert, berät, zusammenführt und Orientierung schafft.

Das Team Stationsentwicklung

2025 hat das das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg mit dem Team Stationsentwicklung bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) eine solche landesweite Beratungsstelle geschaffen. Der Auftrag: Bahnhöfe – einschließlich Haltepunkte – zu attraktiven, nutzerorientierten Orten entwickeln.

Das Team koordiniert unterschiedliche Bedarfe und berät bei Aus-, Um- und Neubau von Bahnhöfen. Es bündelt Kompetenz und Wissen zu den Anforderungen an menschenzentrierte Stationen, leitet Qualitätserhebungen an Bahnhöfen, erstellt Handlungsleitfäden und vernetzt Akteur:innen. Anhand von partizipativen Modellprojekten zeigt das Team Stationsentwicklung, wie lokale Lösungen Bahnhöfe attraktiv machen können – immer aus der Perspektive der Nutzenden: vom Gleis bis zum Vorplatz inklusive Anschlussmobilität. So entsteht eine zentrale Beratungsstelle für Wissen, Vernetzung und Praxis. 

Beispiele unserer aktuellen Projekte:

  • Stations-Standards: Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards für Bahnhöfe im Land.
  • Stations-Datenbank & Qualitätscheck: Aufbau einer Datenbank zur Qualität landesbestellter Bahnhöfe sowie Erstellung jährlicher Qualitätsberichte.
  • Modellprojekte: Partizipative Herangehensweise zur Wiedereröffnung von Warteräumen sowie für mehr Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen.

Die Modernisierung von Bahnhöfen in Baden-Württemberg bringt viele Fragen mit sich. Ob für Austausch oder Unterstützung: Wir sind Ihre Anlaufstelle – melden Sie sich gerne bei uns!

 

Stationsentwicklung
NVBW – Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH
Rosensteinstraße 37B
70191 Stuttgart

E-Mail: stationsentwicklung(at)nvbw.de

 

Teamleitung
Dr. Sophie Urmetzer
sophie.urmetzer(at)nvbw.de
+49 711 23991-1338

Kommunikation
Lanrianna Peters
lanrianna.peters(at)nvbw.de
+49 711 23991-1355

Innovation
Sandra Eisenhauer
sandra.eisenhauer(at)nvbw.de
+49 711 23991-1353

Anschlussmobilität 
Charly Kurz
karl-heinz.kurz(at)nvbw.de
+49 711 23991-1183

 

 

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