Land bestellt zusätzliche Züge für Freizeitverkehr und Großveranstaltungen

Um landesweit auch kurzfristig auf ein erhöhtes Fahrgastaufkommen reagieren zu können, hat das Land der Schienenverkehrsgesellschaft mbH (SVG) den Zuschlag für Sonderverkehrsleistungen im regionalen Bahnverkehr erteilt.

Am Fronleichnamswochenende werden bereits Zusatzzüge zum „Southside Festival“ im Landkreis Tuttlingen fahren. Besonders auf der Gäubahn und der Südbahn wird ein Entlastungseffekt auch für den Andrang erwartet, während das Neun-Euro-Ticket gilt. „Touristisch interessante Ziele am Bodensee oder in Oberschwaben und attraktive Events in Baden-Württemberg sollen noch besser mit der Bahn erreichbar sein“, erklärte Verkehrsminister Winfried Hermann MdL am Freitag. Er fügte hinzu „Das Land hat deshalb sogenannte Sonderverkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr ausgeschrieben. Damit soll unabhängig von bestimmten Netzen und Strecken ein landesweit abrufbares Verkehrsangebot sichergestellt werden, mit dem auch kurzfristig auf spezielle Verkehrsbedürfnisse insbesondere im Freizeitverkehr reagiert werden kann.“ Den Zuschlag im Vergabeverfahren hat die Schienenverkehrsgesellschaft mbH (SVG) mit Sitz in Horb am Neckar erhalten, die den Betrieb zum „kleinen“ Fahrplanwechsel am 12. Juni 2022 aufnehmen wird.

Der Verkehrsminister sagte: „Wir haben mit dieser Ausschreibung Neuland betreten. Umso mehr freue ich mich, dass dieses Verfahren bei den in diesem Nischenmarkt tätigen Bahnunternehmen ein reges Interesse ausgelöst hat. Mit der SVG hat sich ein Unternehmen im Wettbewerb durchgesetzt, das über langjährige Erfahrung im Freizeitverkehr verfügt. Die robusten Züge der SVG sind landesweit einsetzbar und entlasten somit die reguläre Flotte unserer Landesanstalt für Schienenfahrzeuge SFBW.“

Zusätzliche Züge zu Fußballspielen oder für Freizeitevents

Der Verkehrsvertrag läuft bis zum Juni 2029, kann aber – erstmalig zum Juni 2027 – vorzeitig gekündigt werden. In 2022 kann das Land noch bis zu 33.000 Zugkilometer, in den folgenden vollen Vertragsjahren dann bis zu 66.000 Zugkilometer jährlich abrufen. Minister Hermann sagte: „Damit können Besucherinnen und Besucher von Fußballspielen, Musikfestivals oder Volksfesten mit zusätzlich bestellten Zügen sicher und umweltfreundlich fahren.“ So werden bereits am Fronleichnamswochenende Zusatzzüge zum „Southside Festival“ im Landkreis Tuttlingen unterwegs sein. Neben diesen Verstärkerzügen werden auch die beiden beliebten Freizeitexpresse „Südbahn“ (Ulm – Friedrichshafen – Singen) und „Bodensee II“ (Stuttgart – Horb – Singen – Radolfzell) ab 12. Juni 2022 aus diesem Kilometerkontingent bestellt.

Fahrradwagen für stark gefragte Wochenend-Strecken

Die SVG wird insgesamt drei Lok-Wagen-Garnituren im Einsatz haben, zwei Dieselzüge und einen Elektrozug. Ein Dieselzug verfügt über 580 Sitzplätze, die beiden anderen Garnituren über 300 Sitzplätze und 60 Fahrradstellplätze. Die Garnituren bestehen aus sog. n-Wagen, die von Loks der Baureihen 218 (Diesel) bzw. 111 (Elektro) gezogen werden. Minister Hermann erläuterte: „Mehrere spezielle Fahrradwagen ermöglichen zukünftig die Mitnahme von mehr Rädern, ohne dass es dabei zu Einschränkungen bei der Sitzplatzkapazität kommt. Gerade im Aktionszeitraum des 9-Euro-Tickets ist dies wichtig, um auch an den Wochenenden in den stark nachgefragten Korridoren Gäubahn und Südbahn die Fahrradmitnahme zu ermöglichen.“

Die Schienenverkehrsgesellschaft mbh (SVG) ist ein Eisenbahnverkehrsunternehmen mit mehr als 25 Jahren Erfahrung am Markt, das im Schienenpersonenverkehr Leistungen im Regel- und Sonderzugverkehr anbietet.

Mehrwert für Vielzahl von Fahrgästen

Marc Baumgartner, Geschäftsführer der SVG, erklärte: „Wir freuen uns auf den Betriebsstart am 12.06.2022 und auf die Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg. Wir sind davon überzeugt, dass unser gemeinsames Angebot das Verkehrsmittel Schiene nachhaltig stärken und das Angebot im Freizeitbereich zielführend ergänzen wird und hierdurch ein Mehrwert für eine Vielzahl an Fahrgästen in Baden-Württemberg erreicht werden kann.“

Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg