Neues Qualitätsranking für Schienenverkehr im Land

Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Sauberkeit – Ein neues Ranking im Internet zeigt, wie gut die Bahn in den einzelnen Verkehrsnetzen ist. Die drei Spitzenplätze im Ranking sichern sich zwei Unternehmen. Das Qualitätsranking sei Ansporn und Auftrag, sagte Verkehrsminister Hermann.

Ein neues Qualitätsranking informiert Bahnfahrende in Baden-Württemberg ab sofort im Internet über Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Sauberkeit ihres Zugangebots. Verkehrsminister Winfried Hermann sagte am Mittwoch, 17. November, in Stuttgart: „Die Qualität des Bahnverkehrs wurde in weiten Teilen des Landes weiter gesteigert. Das ist Ansporn und Auftrag, denn das Ranking zeigt auch, dass noch einiges zu tun ist. Mit dem neuen Internetportal bieten wir den Bahnunternehmen einen zusätzlichen Anreiz, besser zu werden und in der Bewertung aufzusteigen.“ In rund der Hälfte der Netze seien bereits jetzt mehr als 70 von 100 Punkten erreicht worden.

„Mit dem neuen Internetportal bieten wir den Bahnunternehmen einen zusätzlichen Anreiz, besser zu werden und in der Bewertung aufzusteigen.“ - Winfried Hermann - Verkehrsminister

Qualitätsdaten auf einen Blick

Das Ranking auf der Seite von bwegt bietet auf einen Blick jeweils die Daten des letzten abgeschlossenen Halbjahres. Durch die interaktive Darstellung und das selbsterklärende Handling finden Kunden schnell ihr jeweiliges Verkehrsnetz und können schauen, wie dieses im Vergleich abgeschnitten hat. Auch ist die Bewertungsmethodik kurz erläutert. Minister Hermann führte aus: „So kann sich jeder Fahrgast für seine Region ein Bild der Qualität machen.“

Die Top 5 des aktuellen Rankings

Die drei Spitzenplätze des aktuellen Rankings sichern sich zwei Unternehmen: Die Plätze 1 und 3 belegt die SBB Deutschland GmbH auf ihren Strecken zwischen Erzingen und Schaffhausen sowie zwischen Engen und Konstanz mit dem Seehas. Die deutsche Tochter der schweizerischen SBB leistet hier nahezu störungslos höchst pünktlichen Verkehr. Auf dem zweiten Platz liegt die AVG mit dem Stadtbahnnetz zwischen Heilbronn, Bad Friedrichshall, Mosbach und Sinsheim. Platz 4 geht an die Westfrankenbahn im Norden des Landes Baden-Württemberg, welche sehr zuverlässigen Verkehr auf die Fläche bringt. Die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG) mit der Ortenau-S-Bahn erreicht Platz 5 in einem dichten Netz rund um Offenburg. Die Listung aller anderen Verkehrsnetze ist online einsehbar.

Verbesserungsbedarf im Freiburger Raum

Vor allem im Freiburger Raum haben dagegen einige Netze der DB Regio AG und ein Netz der SWEG derzeit noch Verbesserungspotenzial. Ein Grund dafür waren recht häufige Fahrzeugstörungen im Netz 4 auf der Rheintalbahn, die im aktuellen Ranking für schwächere Werte bei Zuverlässigkeit und Zugkapazität verantwortlich waren. Auf der stark überlasteten Strecke haperte es zudem mit der Pünktlichkeit. Auch die SWEG verzeichnet im Netz 9b rund um Freiburg keine guten Werte: Durch die um Jahre verspätete Lieferung der Neufahrzeuge konnten die vereinbarten Zugkapazitäten häufig nicht erbracht werden. Hinzu kamen einige personalbedingte Ausfälle. Das Ministerium für Verkehr steht hier regelmäßig im Dialog mit den Unternehmen, um Schwachpunkte zu beseitigen und eine stets hohe Qualität zu fordern.

Fahrgäste wünschen sich den Vergleich

Das neue Qualitätsranking vergleicht auf der Website von bwegt.de die Betriebsqualität von 29 Verkehrsverträgen des Landes. In den Ergebnissen wird eine Vielzahl verschiedener Daten kombiniert. So besteht die Gesamtbewertung aus fünf Einzelkriterien: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Gesamtzufriedenheit der Fahrgäste gehen mit einer Gewichtung von jeweils 25 Prozent in das Ranking ein. Darüber hinaus fließen Bewertungen der Zugkapazität mit 15 Prozent und die Sauberkeit mit 10 Prozent in die Gesamtberechnung ein. Das Ministerium trägt mit dem Ranking unter anderem dem Wunsch von Kunden Rechnung, die Leistungen verschiedener Eisenbahnunternehmen besser vergleichen zu können.

Verlässlicher ÖPNV für den Klimaschutz

Ein verlässliches ÖPNV-Angebot in der Fläche ist eine wichtige Voraussetzung für klimaneutrale Mobilität. Bis Ende 2023 werden 358 neue Züge im einheitlichen bwegt-Design unterwegs sein. Die Zugkilometerleistungen haben sich im Vergleich zu 2011 um 22,5 Prozent erhöht. So fahren die Züge im Jahr 2021 in Baden-Württemberg rund 80 Millionen Kilometer. Das entspricht einer Strecke von mehr als 100 Mal zum Mond und wieder zurück. Und der Ausbau geht weiter: Zu den im Koalitionsvertrag festgelegten Zielen gehört unter anderem ein bedarfsgerechter Halbstundentakt auch im ländlichen Raum.

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Präsentation: Qualitätsranking Baden-Württemberg (PDF-Datei)

Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg